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Wir stellen uns vor: Fabio Brito, Plattformentwicklung

Als Brasilianer, was vermisst du hier in Stuttgart?

Es gibt das Stereotyp, Deutsche wären eher verschlossen, aber diese Erfahrung habe ich überhaupt nicht gemacht. Jeder war immer freundlich und hilfsbereit. Trotzdem sind wir es in Brasilien mehr gewohnt, mit Fremden zu sprechen. Hier ist das eher ungewöhnlich, daher ist es ein bisschen schwerer, neue Leute kennen zu lernen. Was ich definitiv vermisse, ist der Strand. Ich war zwar nicht allzu häufig dort, aber das Gefühl, den Strand und das Meer in der Nähe zu haben, ist etwas Schönes.

Könntest du deine Reise zu Laserhub skizzieren?

Nach meinem Abschluss im IT-Bereich habe ich mich immer mehr in Richtung Management bewegt. Ich hatte in Brasilien für einen großen Onlinehandel gearbeitet, aber wollte größere Herausforderungen in höheren Positionen in einem kleinerem Unternehmen. Also ging ich nach Mexiko und wurde Mitgründer eines Onlinehandels für Deko und Möbel. Dort war ich verantwortlich für Technologie und Auftragsabwicklung. Letzteres war neu für mich, dementsprechend lehrreich war die Zeit. Nach zwei Jahren entschied ich mich, meinen Master im Business-Bereich zu absolvieren. Ich habe in Singapur und Frankreich studiert und wollte anschließend in Europa arbeiten. Also habe ich nach einem Tech-Start-up Ausschau gehalten, in dem ich in der Produktentwicklung arbeiten könnte, da das zu meinem Hintergrund aus Computertechnik und Management passt.

Wie sieht deine Position bei Laserhub nun aus?

Es ist sehr wichtig, dass das Produkt der Vision und Strategie von Laserhub folgt. Meine Hauptaufgabe als „Head of Product“ besteht darin, diese Verbindung zu garantieren. Zusätzlich bin ich „Product Owner“ für die Kundensicht in unserer Plattform. Ich bin also verantwortlich für den ganzen Prozess bis der Kunde seine Bestellung abschickt. Wir arbeiten im Scrum-Prozess, das heißt, gemeinsam mit dem Team definiere ich, was getan und optimiert werden muss und die Entwickler machen sich in einem kurzen „Sprint“ an Umsetzung und Implementierung. Anschließend wird die Anpassung getestet und analysiert und der nächste Sprint beginnt. Es ist ein Kreislauf.

Scrum ist eine agile Entwicklungsmethode. Im Gegensatz zu anderen Methoden senkt der Prozess durch schrittweises Vorgehen und Rückkopplung das Risiko, etwas falsches zu entwickeln. Im Scrum-Prozess wird mit einer Liste Anforderungen begonnen, die die Laserhub-App erfüllen soll. Diese Anforderungen werden vom Product Owner und seinem Team definiert. Die Programmierer arbeiten in sogenannten „Sprints“. Sie suchen sich realistische Arbeitspakete selbst heraus und arbeiten einen Sprint lang (maximal 4 Wochen) ungestört daran, so dass am Schluss ein verwertbares Ergebnis („Produktinkrement“) herauskommt. Dieses wird geprüft und Verbesserungen wandern in den nächsten Sprint.

Was gefällt dir am meisten am Scrum-Prozess?

Mir gefällt, dass man Dinge früh ausprobieren und im Zeitverlauf anpassen kann. Schrittweise zu wachsen ist klüger, als drei Monate über etwas nachzudenken und dann eine große Änderung umzusetzen. Wir machen lieber kleine Anpassungen und können schlussendlich großen Wert aus kleinen, gründlich getesteten Dingen ableiten. Wir kommen also schnell zu Ergebnissen, was einen immer wieder für die Arbeit belohnt. Falls etwas schiefgeht, müssen wir auch nur ein paar Tage zurückspulen und keine Monate.

Planst du, irgendwann nach Brasilien zurück zu kehren? Oder gibt es noch andere Länder in denen du gern mal leben würdest?

Es ist schwer, die Zukunft vorherzusagen. Wenn mir vor zehn Jahren jemand erzählt hätte, dass ich in Asien und Europa studieren und in Mexiko und Deutschland leben würde, hätte ich das nicht geglaubt. Aber Arbeit in Laserhub zu investieren ist ein langfristiges Ziel.

Was machst du gern außerhalb der Arbeit?

Ich lerne gern neue Orte kennen. Ich finde, in Europa ist es sehr leicht, umherzureisen und man muss auch nicht weit kommen, um schon ganz unterschiedliche Dinge zu sehen. Brasilien ist ein sehr großes Land und man muss das Flugzeug nehmen, um irgendwo hin zu kommen. Hier fährt man zwei Stunden mit dem Auto und ist schon bei einem tollen Schloss oder sowas [lacht].

Was macht dich glücklich?

Privat bin ich gern bei den Leuten, die ich mag und genieße das Beisammensein. Auf der Arbeit sehe ich gern Resultate und natürlich ist es toll, positives Feedback von Kunden zu bekommen. Im Gegensatz zu großen Unternehmen oder Konzernen können wir Dinge sehr schnell umsetzen, was ich jeden Tag schätze.

Vielen Dank, Fabio!