Meine Einordnung aus dem November 2025
Ich habe im November letzten Jahres meine Einschätzung geteilt, dass sich mit Inkrafttreten des Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) im Januar 2026 die Preise für Stahl, Edelstahl und Aluminium zum Jahreswechsel deutlich erhöhen werden.
Ich lag mit meiner – gut begründeten – Einschätzung bislang falsch. Wir sehen bis dato nur eine marginale Preiserhöhung im Markt und freuen uns, dass wir unsere Kunden weiterhin mit stabilen Preisen bedienen können.
Warum hat CBAM bisher nur einen geringen Einfluss?
Es gibt zwei plausible Erklärungen, warum CBAM bisher nur einen geringen Einfluss auf die Preise hat:
- Preisstrategien der europäischen Stahlerzeuger, um gegenüber Importeuren Marktanteile zu gewinnen.
- verstärkte Lagerhaltung durch Stahlhändler Ende 2025 zu den noch günstigeren Konditionen und zurückhaltender Abverkauf
Künftige Preisentwicklung
CBAM ist jedoch seit dem 1. Januar 2026 in Kraft und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die erwartete Erhöhung der Stahlpreise um etwa 15 % im Markt zeigen wird. Darüber hinaus steht die geplante Erhöhung des Importzolls auf Stahl von 25 % auf 50 % auf EU-Ebene weiterhin im Raum. Und schließlich lässt die gesamte Marktdynamik mittelfristig eine Preissteigerung erwarten.
Stand jetzt reagiert der Markt jedoch sehr langsam und Erhöhungen von Teilepreisen mit Verweis auf CBAM sind derzeit nicht angebracht. Wir rechnen mit höchstens marginalen Anstiegen in den kommenden Wochen und sind bemüht, die Preise so lange wie möglich konstant zu halten.
Ganz anders ist die Situation bei Kupfer, wo die Preise durch die Decke gehen. Dies hat jedoch mit CBAM nichts zu tun.
Wir unterstützen Sie gerne bei Ihren Überlegungen zur kurz- und langfristigen Ausrichtung Ihrer Teilebeschaffung in herausfordernden Zeiten. Konkret bietet sich beispielsweise der Abschluss von Rahmenverträgen an.