Die häufigsten Konstruktionsfehler bei CNC-Zerspanungsteilen – und wie Sie sie vermeiden

Wenn Sie regelmäßig CNC-Zerspanungsteile konstruieren, wissen Sie: Die Details entscheiden. Wir bei Laserhub sehen jeden Tag hunderte Zeichnungen und CAD-Modelle – von einfachen Drehteilen bis zu komplexen Fräskomponenten. Und egal wie erfahren jemand ist, es gibt typische Stolperfallen, die immer wieder auftreten.

Von Nate Underwood, CNC-Zerspanungs-Experte bei Laserhub

Nate Underwood

Nach mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Automotive Industrie in der spanenden Produktion, Process Technologie und Entwicklung kümmert sich Nate um die Ausstattung unserer Plattform mit weiteren Technologien. Mit dem Schwerpunkt CNC-Zerspanung unterstützt er tatkräftig unser Team.

Hobbys: Nate findet man oft auf dem Motorrad mit Sonne und Wind auf der Haut, vielleicht sogar ein paar Fliegen im Mund.

Nate Underwood - Domänen Experte für Subtraktive Fertigung

In diesem Beitrag teilen wir unsere Erfahrungen aus der täglichen Praxis und zeigen, wie Sie durch ein paar einfache Anpassungen Ihre Konstruktionen fertigungsgerechter und kosteneffizienter gestalten:

  1. Fehlende oder unklare Toleranzen

Wir sehen es oft: Zeichnungen ohne Toleranzen oder mit widersprüchlichen Angaben zwischen 3D-Modell und Zeichnung. Das sorgt in der Fertigung für Unsicherheit und kann zu vermeidbaren Maßabweichungen führen.

Unser Rat: Verwenden Sie Toleranzen nur dort, wo sie funktional notwendig sind. In vielen Fällen reicht die allgemeine ISO 2768 völlig aus. Denken Sie außerdem daran: Das 3D-Modell definiert die Geometrie, die Zeichnung definiert die Toleranzen, Oberflächen und Gewinde – beides sollte immer konsistent sein.

  1. Zu enge Innenradien

Einer der Klassiker: zu kleine Innenradien bei innenliegenden Fräskonturen. Das sieht im CAD oft sauber aus, ist aber mit Standardwerkzeugen schlicht nicht herstellbar.

Unser Tipp: Planen Sie Innenradien mit mindestens der halben Werkzeuggröße ein. Bei gängigen Fräsern bedeutet das für innenliegende Fräskonturen: Innenradien ab R1 mm, besser R2 mm oder größer. Damit vermeiden Sie Sonderwerkzeuge, reduzieren Bearbeitungszeiten und sichern eine stabile Qualität.

Ein Mann an einer CNC Maschine
  1.  Zu tiefe Taschen und schmale Stege

Tiefe Taschen und filigrane Stege sind nicht nur schwer zu fräsen – sie führen oft auch zu Schwingungen, Maßabweichungen oder Werkzeugverschleiß.

Unsere Faustregel: Die maximale Taschentiefe sollte etwa das Dreifache des Werkzeugdurchmessers nicht überschreiten. Wenn Sie tiefere Bereiche brauchen, lohnt sich manchmal ein konstruktiver Kompromiss: etwa eine Aufteilung in mehrere Bearbeitungsseiten oder eine kleine Designanpassung.

  1.  Fehlende Angaben zu Gewinden

Das passiert erstaunlich oft: Ein Bauteil soll Gewinde enthalten, aber weder Größe noch Tiefe sind angegeben. Damit ist für die Fertigung unklar, was genau verlangt wird.

Unser Tipp: Geben Sie jedes Gewinde präzise an Nenndurchmesser, Steigung, Tiefe und Toleranz. Ein Beispiel: M6x1 – 10 mm tief, 6H. Diese Angaben sparen Rückfragen und verhindern Fertigungsfehler.

Unser Fazit

Viele Konstruktionsfehler lassen sich vermeiden, wenn man früh an die Fertigung denkt. Eine klare, fertigungsgerechte Konstruktion spart nicht nur Zeit und Kosten, sie sorgt auch für ein reibungsloses Ergebnis und eine stabile Qualität.

Wir prüfen bei Laserhub jedes hochgeladene Modell automatisiert, ergänzen es bei Bedarf oder auf Wunsch mit einer manuellen technischen Prüfung und treten bei Problemen mit Ihnen in Kontakt. So erkennen Sie früh, wenn eine Anpassung sinnvoll ist – und behalten trotzdem die volle Kontrolle über Ihr Design.

Tipp: Schauen Sie sich auch unsere Richtlinien für Frästeile und Richtlinien für Drehteile an. Sie enthalten alle wichtigen Empfehlungen, um Konstruktionsfehler von Anfang an zu vermeiden.

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