Leichtmetall trifft Heavy Metal

Das Herzensprojekt eines Metallbauers: Marcel Fehse verleiht mit seiner E-Gitarre aus Alu der Rockwelt eine neue Note. Im Interview erzählt er uns, wie er darauf kam und wie ihm unsere Plattform bei der Entwicklung half.

Seit Jahrhunderten sind Gitarren aus Holz. Was bewog Sie jetzt dazu, eine Metallvariante zu entwickeln?

Die Fragestellung war bei mir eigentlich andersherum gelagert. Als Gitarrenspieler und Metallbauer fragte ich mich schon bei meiner ersten Unterrichtsstunde: Warum eigentlich nicht? Gitarren werden vor allem aus der Tradition heraus aus Holz gebaut. Natürlich bringt Holz als Werkstoff auch positive Eigenschaften hinsichtlich des Klang- und Schwingungsverhaltens mit, andere Materialien stehen dem aber in nichts nach. Rein schwingungstechnisch wäre vielleicht Beton das geeignetste Material – das wird dann nur in der Handhabe schwierig. In der Theorie war mir durch meine Ausbildung klar, dass ein Metallkorpus aber ebenfalls sehr reine, gleichmäßig schwingende Töne erzeugen müsste. Das klingt dann vielleicht anders, aber auf keinen Fall schlechter als Holz.

Irgendwann wollten Sie dann von der Theorie in die Praxis wechseln. Wie lief das ab?

Am Anfang vor allem mit viel Handarbeit. Ich habe mir einfach ein Blech bestellt und es nach einer Konstruktion von mir zugeschnitten und verschweißt. Eine Heidenarbeit sag ich Ihnen! Spätestens jetzt wusste ich, warum scheinbar kaum jemand solche Gitarren gebaut hatte. Vom ersten Pinselstrich bis zur fertigen Gitarre begleitete mich dieses Projekt sicher fünf Jahre lang. Aber der Einsatz hat nicht nur Spaß gemacht, sondern sich auch gelohnt. Als ich die erste Version meinem Gitarrenlehrer in die Hand drückte, war er nur kurz skeptisch, nach dem ersten Anspielen aber total begeistert.

 

Wie ging es dann weiter?

Die erste Gitarre hatte noch einen Hals aus Holz, war noch viel zu schwer und hatte einige andere Schwachstellen, weswegen ich dann weiter konstruierte und viele weitere Prototypen zusammenbaute. Irgendwann vollzog ich dann den vollen Umstieg auf Aluminium und versuchte immer mehr Komponenten so auszulegen, dass ich sie extern zukaufen konnte. Da half es mir dann, dass ich berufswegen sowieso schon mit Laserhub zu tun hatte [Anmerkung: Marcel Fehse ist mit seiner Firma Metallbau Stehr fester Kunde bei Laserhub. Wie er mit Laser- und Drehteilen auch bei größeren Projekten spart, erfahren Sie in dieser Fallstudie]. Ich bestellte immer wieder Komponenten und konnte so viel ausprobieren. Jetzt, mit der Version 3.4 der Gitarre, bin ich aber endlich bei der Serienreife angelangt.

 

 
 
 
 
 
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Jetzt gilt es also nur noch die Bühnen dieser Welt zu erobern.

Richtig, wir fangen jetzt an die Gitarre zu bewerben, ich habe auch schon Interesse aus der Gitarrenwelt erhalten. Meine größte Herausforderung ist es, dass Gitarristen oft sehr puristisch sind – die klassische E-Gitarre hat einfach einen nostalgischen Charme. Ich bin aber immer jemand, der sagt, dass man offen für Neues sein muss. Daher hoffe ich, dass schon bald einige Saitenkünstler zugreifen werden.

Abschließende Frage: Wer ist ihr persönliches Vorbild in Sachen Gitarre?

Ich bin großer Fan von Tom Morello, bekannt vor allem von Rage Against The Machine. Der könnte meiner Gitarre sicher einige spannende Klänge entlocken.

Danke für den spannenden Einblick, Herr Fehse!

Dann schließen wir doch an dieser Stelle mit einem Klassiker aus Tom Morellos Feder ab:

 

Alles weitere zu Marcel Fehses Erfindung gibt es auf seiner Website. Hier kann man die Prachtstücke auch käuflich erwerben.
www.fehse-guitars.com

Marcel Fehse, Erfinder der Fehse Guitar