Was ist eine Zentrierbohrung?
Zentrierbohrungen kommen überwiegend bei Drehteilen zum Einsatz. Sie werden mittig auf der Stirnfläche eines Bauteils eingebracht und dienen als definierter Aufnahmepunkt für die Spitze des Reitstocks.
Während der Bearbeitung wird das Werkstück dadurch zusätzlich abgestützt. Das ist insbesondere bei längeren oder schlanken Bauteilen wichtig, da diese während der Rotation und Bearbeitung zu Schwingungen oder Durchbiegungen neigen können.
Zentrierbohrungen sind genormt. Die Norm DIN 332-1 definiert verschiedene Ausführungen und Abmessungen, die je nach Anwendung eingesetzt werden. Dazu gehören die Formen A, B, C und R.
Die konkrete Ausführung ist dabei weniger wichtig als die grundsätzliche Information: Darf eine Zentrierbohrung eingebracht werden oder nicht?

Wann wird eine Zentrierbohrung benötigt?
Eine häufige Frage lautet: Ab welcher Länge braucht ein Drehteil eine Zentrierbohrung?
Die Antwort ist überraschend komplex.
Es gibt keinen festen Grenzwert, bei dem automatisch eine Zentrierbohrung erforderlich wird. Die Entscheidung hängt immer von mehreren Faktoren gleichzeitig ab:
- Material
- Länge des Bauteils
- Durchmesser des Bauteils
- geforderte Toleranzen
- Oberflächenanforderungen
- Bearbeitungsmerkmale wie Passfedernuten oder Passungen
- Stückzahl und Prozessanforderungen
Nate Underwood, CNC-Experte bei Laserhub, erklärt:

